Insolvenzverfahren und der Ablauf verständlich erklärt

Ist ein Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten, steht in den meisten Fällen ein Insolvenzverfahren ins Haus. Doch obwohl laut Statistik sehr viele Unternehmen jährlich diesen Weg gehen müssen, wissen sehr wenige was das eigentlich bedeutet und was jetzt auf sie zukommt.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung, sondern dienen nur der ersten Orientierung. Bitte konsultieren Sie bei rechtlichen Fragen einen Anwalt für Insolvenzrecht.

 

Insolvenzverfahren, Ablauf & Erklärung

Wann muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden?

Ist eine Firma zahlungsunfähig oder überschuldet muss ein Antrag zur Insolvenz gestellt werden. Spätestens 3 Wochen nach ab der Kenntnis über Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung muss der Antrag auf Firmeninsolvenz (Regelinsolvenz) gestellt werden.


Wie eröffne ich ein Insolvenzverfahren?

Eine Insolvenz wird durch einen schriftlichen Antrag beim zuständigen Insolvenzgericht angemeldet. Der Vorgang ist ein Antragsverfahren und kann nicht von Amtswegen eingeleitet werden. Im Normalfall geschieht das durch den Schuldner, wenn eine Überschuldung oder auch drohende Zahlungsunfähigkeit droht. In Ausnahmefällen kann auch ein Gläubiger den Antrag stellen, wenn er seine Forderung glaubhaft machen kann und einen dringenden Insolvenzgrund vorweisen kann.

Was passiert nach der Anmeldung durch den Schuldner?

Zunächst prüft das zuständige Gericht, ob wirklich Gründe für eine Insolvenz vorliegen. Die drei Eröffnungsgründe sind Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Außerdem prüft das Gericht, ob die Verfahrenskosten durch das vorhandene Guthaben im Unternehmen gedeckt werden können. Ist diese Insolvenzmasse nicht hoch genug um die Verfahrenskosten zu decken, dann kann der Antrag abgewiesen werden. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Gerichtskosten und die Vergütung für einen eingesetzten Insolvenzverwalter.

Das Insolvenzverfahren wurde offiziell eröffnet

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird ein Insolvenzverwalter bestellt. Der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter übernimmt die Führung der Firma. Das Vermögen des Unternehmens wird beschlagnahmt und von ihm verwaltet. Der Insolvenzverwalter prüft alle Schulden, Forderungen, Kosten und Einnahmen. Im weiteren Ablauf geht es dann entweder in die Abwicklung z.B. durch Liquidation oder auch in die Sanierung des Unternehmens.

Der Insolvenzverwalter ist bekannt, wie geht es jetzt weiter?

Der Insolvenzverwalter erhält, nachdem er vom Gericht bestellt wurde die Verfügungsgewalt über das Unternehmen und die darin enthaltenen Sachwerte. Generell ist der Insolvenzverwalter nicht als Feind zu sehen. Er wird für die Ausübung seiner Tätigkeiten viele Fragen stellen, den aktuellen Betrieb genau untersuchen und sämtliche wirtschaftlichen Vorgänge durchleuchten. Das ist nicht nur sein Job, sondern dient auch einfach der Abwägung und der Entscheidungshilfe für die nächsten Schritte. Der Betrieb darf vor allem nicht von heute auf morgen stoppen und die Mitarbeiter sind weiter zu bezahlen. Die erste Zeit wird also ein wahrer Papierkrieg, damit alle nötigen Unterlagen gesichtet werden können und zum Beispiel die Anträge auf Insolvenzgeld für die Mitarbeiter schnellstmöglich gestellt werden können. Das Durchblättern und Bereitstellen auf analogen Akten kann mühsam sein und ist oft mit einigen Stunden Arbeit verbunden. Besser wäre es da natürlich, wenn die Akten digital vorliegen.